Kann man Hornhautverkrümmung lasern?

Verfahren, Erfolgsaussichten und Risiken

Wenn Ihr Blickfeld ständig leicht verschwommen wirkt und Linien verzerrt erscheinen, kann dahinter eine Hornhautverkrümmung (auch „Astigmatismus“ genannt) stecken. Viele Betroffene überlegen sich dann: „Kann ich meine Hornhautverkrümmung lasern lassen und damit möglicherweise auf Brille oder Kontaktlinsen verzichten?“ In diesem Artikel erfahren Sie, wie eine Laser-Behandlung bei Hornhautverkrümmung abläuft, welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten und worauf Sie bei der Entscheidung achten müssen.

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Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Hornhautverkrümmung?

Die Hornhaut ist die vorderste, transparente Schicht unseres Auges. Ist ihre Wölbung gleichmäßig, treffen Lichtstrahlen korrekt auf die Netzhaut – das Sehen ist klar und scharf. Bei einer Hornhautverkrümmung hingegen ist die Form ungleichmäßig gewölbt, sodass Lichtstrahlen gestreut anstatt gebündelt werden. Das Ergebnis: Bilder erscheinen verzerrt oder unscharf. Begleitend können Kopfschmerzen, Augenschmerzen oder vorzeitige Ermüdung bei Bildschirmarbeit und Lesen auftreten.

Gut zu wissen:

  • Hornhautverkrümmung ist weitverbreitet und kann in unterschiedlicher Ausprägung vorkommen.
  • Oft besteht sie zusätzlich zu Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit.
  • In vielen Fällen lassen sich leichte Astigmatismen mit einer Brille oder torischen Kontaktlinsen gut ausgleichen.
Hornhautverkrümmung / Astigmatismus Diagnose
Hornhautverkrümmung / Astigmatismus
Dr. Robert Borny
Augenarzt

Wann kommt eine Laser-Behandlung infrage?

Der Gedanke an eine Laser-Korrektur liegt nahe, wenn Sie Ihre Sehhilfen als störend empfinden oder wenn sich Ihre Sehstärke häufig ändert. Ob ein Eingriff für Sie jedoch geeignet und sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ausreichende Hornhautdicke: Für gängige Verfahren wie LASIK, Femto-LASIK oder PRK ist eine gewisse Mindestdicke der Hornhaut erforderlich, damit sie bei der Behandlung stabil bleibt.
  • Stabile Sehkraft: Ihre Sehstärke sollte sich über mindestens ein Jahr nicht mehr nennenswert verändert haben. Ist sie noch im Fluss, ist es ratsam, mit der Operation zu warten.
  • Keine schwerwiegenden Augenerkrankungen: Bestimmte Grunderkrankungen, beispielsweise ein fortgeschrittenes Glaukom (grüner Star) oder Schäden an der Netzhaut, schließen eine Laser-OP meist aus. Ein ausführliches Beratungsgespräch beim Augenarzt oder in einem Laserzentrum ist hier entscheidend.

Wichtig

Ob Ihre individuelle Hornhautverkrümmung per Augenlaser behandelt werden kann, klären Sie am besten persönlich in einer spezialisierten Praxis. Die genaue Hornhautvermessung liefert Aufschluss darüber, ob Sie die Voraussetzungen für einen Eingriff erfüllen.

Dr. Robert Borny
Augenarzt

Welche Verfahren gibt es?

  1. LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis):
    Dieses Verfahren gilt als Klassiker: Ein dünnes Hornhaut-Flap wird mit einem speziellen Instrument oder Laser präpariert und aufgeklappt. Anschließend formt der Excimer-Laser das freigelegte Hornhautgewebe. Das Flap wird danach zurückgeklappt und dient als natürliche Schutzschicht.

  2. Femto-LASIK:
    Eine Variante der LASIK. Hierbei wird das Flap nicht mit einem Klingen-Mikrokeratom, sondern mittels Femtosekundenlaser erzeugt. Dies ermöglicht eine besonders präzise Schnitttiefe und kann für viele Patientinnen und Patienten schonender sein.

  3. PRK (Photorefraktive Keratektomie):
    Bei der PRK wird das Epithel (die oberste Hornhautschicht) abgetragen. Anschließend modelliert der Laser die darunterliegende Hornhautoberfläche. Diese Methode führt oft zu etwas längeren Heilungsphasen als LASIK-Verfahren, wird jedoch bei bestimmten Voraussetzungen bevorzugt (z. B. bei dünner Hornhaut).

 

Allen Verfahren ist gemeinsam, dass sie einen Teil des Hornhautgewebes abtragen, um die Wölbung zu korrigieren. Dadurch können Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und bis zu einem gewissen Grad auch Hornhautverkrümmungen ausgeglichen werden.

Erfolgsaussichten bei Hornhautverkrümmung

Viele Patientinnen und Patienten können ihre Hornhautverkrümmung lasern lassen und sind danach oft in der Lage, ohne Brille oder Kontaktlinsen auszukommen. Die Erfolgsaussichten sind besonders gut, wenn:

  • Ihre Hornhautverkrümmung nicht zu stark ausgeprägt ist (in der Regel bis ca. 5 Dioptrien).
  • Ihre Hornhaut ausreichend dick ist und keine unregelmäßigen Strukturen aufweist.
  • Sie die Nachsorgetermine und Hygienemaßnahmen konsequent einhalten.

 

Die Heilungsphase kann bei LASIK- oder Femto-LASIK-Verfahren schon nach wenigen Tagen weitgehend abgeschlossen sein. Viele berichten bereits am Tag nach dem Eingriff von einer deutlichen Sehverbesserung. Ein wenig Geduld sollten Sie dennoch mitbringen – bei manchen Personen kann es einige Wochen dauern, bis sich das Sehen vollständig stabilisiert hat.

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Dr. Robert Borny bei der Untersuchung

Welche Risiken sollten Sie kennen?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff, birgt auch das Lasern einer Hornhautverkrümmung mögliche Risiken und Nebenwirkungen:

  • Trockene Augen: Direkt nach dem Eingriff produzieren einige Betroffene weniger Tränenflüssigkeit oder leiden unter einem Fremdkörpergefühl. Künstliche Tränen helfen meist effektiv weiter.
  • Halos oder Blendungen in der Nacht: Vereinzelt können nach der OP Lichtringe um Lichtquellen auftreten. Bei vielen verschwinden diese Effekte nach einiger Zeit wieder.
  • Unter- oder Überkorrektur: Sehr selten wird nicht genau die gewünschte Sehschärfe erreicht. Eine Nachbehandlung kann in diesen Fällen das Ergebnis verbessern.
  • Infektionen oder Wundheilungsstörungen: Dies ist selten, kann jedoch nie vollständig ausgeschlossen werden. Gründliche Hygiene und das Befolgen der ärztlichen Anweisungen minimieren das Risiko deutlich.

Tipp

Lassen Sie sich hierzu gründlich von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt beraten. Ein ausführliches Vorgespräch und eine exakte Diagnostik sind entscheidend, um Ihre persönlichen Risiken einzuschätzen.

Dr. Robert Borny
Augenarzt

Was kostet eine Laser-Korrektur?

Die Kosten für das Lasern einer Hornhautverkrümmung variieren je nach gewähltem Verfahren, Klinik und Standort. In Österreich liegen die Preise pro Auge häufig zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Für gesetzlich Versicherte werden die Ausgaben üblicherweise nicht übernommen, da die Laser-OP oft als „Wahlleistung“ oder „kosmetischer Eingriff“ eingestuft wird. Wenn Sie eine private Zusatzversicherung oder eine spezielle Augenversicherung haben, lohnt es sich, dort nachzufragen. Einige Tarife übernehmen zumindest einen Teil der Kosten.

Fazit: Ist Lasern die richtige Option für Sie?

Ob eine Laser-Korrektur für Ihre Hornhautverkrümmung sinnvoll ist, hängt von Ihrem Befund und Ihren persönlichen Vorstellungen ab. Moderne Laser-Verfahren liefern heute sehr gute Ergebnisse und eine hohe Erfolgsquote – sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind und Sie in einem erfahrenen Zentrum behandelt werden.

  • Vorteile: Keine lästige Brille oder Kontaktlinsen mehr, in vielen Fällen schnelle Heilung und ein dauerhaft verbessertes Sehvermögen.
  • Nachteile: Relativ hohe Kosten, wenn die Kasse nicht zahlt, sowie die üblichen (wenn auch geringen) OP-Risiken.

Klären Sie am besten in einem persönlichen Gespräch mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt, ob eine Laser-Behandlung für Sie in Frage kommt. Eine gründliche Untersuchung Ihrer Augen ist entscheidend, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient Ihrer allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche medizinische Beratung. Bei konkreten Beschwerden wenden Sie sich bitte direkt an eine Fachärztin oder einen Facharzt für Augenheilkunde.

Dr. Robert Borny

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Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, ob Sie Ihre Hornhautverkrümmung lasern lassen können, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf. Wir unterstützen Sie von der ersten Voruntersuchung bis zur Nachsorge und stehen Ihnen jederzeit beratend zur Seite.

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